Systemische Familienschule (Tagesgruppe)

Systemische Familienschule im Rahmen einer Tagesgruppe

Die Heilpädagogischen Kinder- und Jugendheime Rotenburg e.V. verfügen über zwei Systemische Familienschulen für Kinder im Aufnahmealter von 6-12 Jahren. Diese befinden sich in Rotenburg und Grasberg.

Die Systemische Familienschule Rotenburg liegt in unmittelbarer Nähe zur Bernhard-Röper-Schule im Zentrum Rotenburgs. Die zweite Familienschule befindet sich im Landkreis Osterholz in Grasberg, Ortsteil Dannenberg, 20 Kilometer nordöstlich von Bremen.

Unsere Systemischen Familienschulen bieten ein teilstationäres, familienunterstützendes und ergänzendes Angebot nach § 32 SGB VIII an. Es befasst sich vor allem mit der Förderung der Entwicklung des Kindes und der intensiven Hilfestellung der Eltern zur Veränderung der eigenen Erziehungskompetenzen.

Unser Ziel ist es, das gesamte familiäre System so zu stärken, dass die Kinder dauerhaft in der Familie und im sozialen Umfeld leben können. Konzeptionell lehnen wir uns an die Arbeit der Systemischen Familienschule des Vereins Family Help e.V. (www.family-help.de) an. Dazu gehört die intensive Einbeziehung der Kinder und deren Eltern/Erziehungsberechtigten, also der ganzen Familie, in den Gruppenalltag.

 


Die Räumlichkeiten

Die Gebäude beider Systemischen Familienschulen gehören zum Verein. Neben einem großen Gemeinschaftsraum bieten beide Gruppen jeweils eine Küche, die ein gemeinsames Kochen ermöglicht, ein Spielzimmer sowie Räume für die Erledigung der Hausaufgaben. Platz zum Spielen und Bewegen bieten die Außengelände mit Sandkästen, Kletterwänden, Tischtennisplatten und Fußballplätzen. In den eigenen Werkräumen wird das handwerkliche Geschick gefördert. Die Systemische Familienschule in Grasberg verfügt zudem über eine eigene Turnhalle.

 


Alltag und inhaltliche Arbeit in der Systemischen Familienschule

Unser familienunterstützendes und -ergänzendes Angebot findet montags bis freitags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr statt. In einer annehmenden und wertschätzendem Atmosphäre gestalten die Familien mit Unterstützung der Fachkräfte einen strukturierten Tagesablauf. Dieser beinhaltet ein gemeinsames Mittagessen, die Hausaufgabenbetreuung, sowie eine kindgerechte Nachmittagsgestaltung. Bei dieser Hilfeform wird großen Wert auf die intensive Einbeziehung der Eltern gelegt. Daher ist es fester Bestandteil des Konzeptes, dass aus jeder Familie einmal pro Woche mindestens ein Elternteil vor Ort in der Familienschule ist, idealerweise schon zum Mittagessen. Gleichzeitig entstehen durch die Anwesenheit mehrerer Eltern/Erziehungsberechtigten und Geschwister in der Familienschule neue persönliche Kontakt- und Beziehungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der einzelnen Familien. Die Familien erleben in einem geschützten Rahmen Unterstützung von anderen Familien in ähnlichen Lebenssituationen und entwickeln gemeinsam neue Ideen, wirksame Lösungen und Perspektiven.

Auch die Ferien werden gemeinsam mit den Kindern und Eltern/Erziehungsberechtigten gestaltet, um einen geregelten Tagesablauf beizubehalten. Die Teilnahme an der Systemischen Familienschulen ist in den Ferien freiwillig. In den Sommerferien fahren die Familienschule mit den Kindern auf eine mehrtägige Ferienfreizeit.

Jeder Familie steht eine SchwerpunktbetreuerIn zur Seite. Gemeinsam mit ihr arbeiten die Familien an den im Hilfeplan festgelegten Zielen. Bei Bedarf kann auch der hausinterne Therapeutische Dienst hinzugezogen werden. Die SchwerpunktbetreuerIn ist zudem Ansprechpartner für Schule und Jugendamt.

Neben der Teilnahme am Gruppenalltag und den regelmäßigen systemischen Elterngesprächen mit der SchwerpunktbetreuerIn besteht die Möglichkeit, am 14-tägigen gruppenübergreifenden Multi-Familien-Training (MFT) teilzunehmen.


Schulische Förderung

Viele Kinder weisen Lernschwierigkeiten und Lernstörungen sowie erhebliche Wissensdefizite auf. Häufig kommen sie aus einer Schulsituation, die ein erfolgreiches und motiviertes Lernen nicht (mehr) erfolgreich erscheinen lässt. Deshalb liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit auch im Bereich der schulischen Förderung. Kinder unserer Familienschulen haben bei festgestelltem Förderbedarf in den Bereichen ESE und GE die Möglichkeit, die Bernhard-Röper-Schule, unsere einrichtungseigene Förderschule, zu besuchen. Diese integrative Verbindung von teilstationärer Jugendhilfe und Förderschule gewährleistet eine intensive ganzheitliche Förderung.  Besuchen Kinder öffentliche Schulen ist dies im Einzugsgebiet der Einrichtung weiterhin möglich. Die Mitarbeiter streben auch hier gemeinsam mit den Eltern/Erziehungsberechtigten eine intensive Zusammenarbeit mit den Schulen und den Lehrkräften an.


Aufnahmebedingung

Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Familien mit strukturellen Schwierigkeiten, Störungen und Problemen im Bezugs- und Familiensystem und/oder Kindern, die aufgrund von Entwicklungsverzögerungen, seelischen Beeinträchtigungen oder Verhaltensauffälligkeiten außerfamiliäre Förderung benötigen. Wesentlich ist, dass die Eltern/Erziehungsberechtigten die Bereitschaft mitbringen, zum Wohle ihrer Kinder und damit zu ihrem eigenen Wohl aktiv in der Gruppe mitzuarbeiten. Um dies regelmäßig gewährleisten zu können, leben die Familien in einem Umkreis von ca. 20 km Entfernung zur Systemischen Familienschule.

Der Zugang zur systemischen Familienschule erfolgt direkt über die Jugendämter.